Philosophie

Für mich steht aber das Gesamtpaket „Mensch“ im Vordergrund

Johannes Wunder

Alexander Huber beschreibt treffend in einem Interview, wo die Psychologie allgemein beziehungsweise die Sportpsychologie im speziellen Hilfestellungen und Tipps geben kann, damit frühzeitig an auftretenden Problemen gearbeitet werden kann.

Frühzeitig ist eben das Stichwort, was meiner Arbeit zugrunde liegt. Ich begreife mich nicht als Therapeut, sondern als (sport)psychologischer Berater, der frühzeitig versucht zu helfen, um die noch kleinen Probleme anzupacken, damit sie einen nicht überrollen.

Als ehemaliger Leistungssportler habe ich selbst erfahren, wie es ist in sportlichen Krisen zu stecken, die auch neben oder aufgrund von mentalen Hindernissen auftauchen können.

Meine eigenen persönlichen Erfahrungen aber auch jene zusammen mit Athleten geben mir zum einen die Achtsamkeit in Gesprächen und in scheinbar alltäglichen Situationen, um individuelle Hilfen und Lösungsvorschläge zu bieten. Zum anderen aber auch die Gelassenheit, dass gewisse Dinge größer scheinen, als sie letztendlich sind und manche Probleme morgen schon gar keine mehr sind.

„KÄMPFE NIEMALS GEGEN DICH SELBST – DU KANNST DIESEN KAMPF NICHT GEWINNEN!“

(Long & SCHWEPPE, 2015)

An einem Punkt, an dem die sportlichen Leistungen auf Top-Niveau immer näher aneinander liegen, wird für mich der Kopf zum entscheidenden Faktor. Die Art und Weise, wie wir mit den Hindernissen des Lebens umgehen, ob sportlich oder privat, sind für mich essentiell für eine gute physische und psychische Gesundheit. Nur wer psychisch ausgeglichen ist, kann von seinem Körper auf dem Parkett oder in der Wand Höchstleistung erwarten. Zwar können einzelne Techniken der Sportpsychologie helfen, bessere Leistungen auf den Punkt zu erzielen – für mich steht aber das Gesamtpaket „Mensch“ im Vordergrund. Nur mental pushen, ohne dahinter zu blicken halte ich für gefährlich.